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Brighton

Ich glaub ich reaktiviere heute meinen Blog. Nicht, daß ich dazu die Zeit hätte, aber ich fühle mich so, als gäbe es viel zu erzählen. Fangen wir also mit der Reise an. Ich hatte beschlossen, den Zug zu nehmen nach Brighton, um nicht mit der 20 kg Gepäckgrenze geschlagen zu sein. Das dumme ist nur: hatte ich mir recht überlegt, was es heißt mit mehr als 20 kg durch Bahnhöfe und dann auch noch die U-Bahn zu marschieren? Nicht wirklich. Zunächst war es ganz spaßig, daß ich sogleich im Thalys nach Brüssel Frühstück serviert bekam. Im Preis inbegriffen. Es war nicht sonderlich reichhaltig für mich, weil ich ja kaum was essen kann dank meiner Laktoseintoleranz, aber es hatte schon seinen Flair. In Brüssel fand ich dann auch recht schnell den Check-In für den Eurostar.
Witzigerweise hatte ich in der Nacht oder in einer der Nächte davor geträumt, daß meine Eltern mich nach Brüssel begleiten und wir ums Verrecken nicht das richtige Gleis fanden. Irgendwie mußte ich im Traum auf Gleis 19, aber es gab nur 1-18. Wir konnten den Zug sehen und das Gleis, aber dort, wo ein Aufgang hätte sein müssen, war nur eine Wand. Meine Mutter wurde natürlich wütend und regte sich tödlich auf. Tatsächlich war das alles ganz einfach. Zum Eurostar Wartebereich, mal eben die Frau an der Information gefragt, wie das alles so abläuft und sie sagte, ich solle mich hinsetzen, zum manual check-in würde ich aufgefordert werden. Gesagt getan. Im Wartebereich wurde schon Englisch gesprochen. Ganze Reisegruppen britischer Jugendlicher liefen da herum. Ich schrieb ein paar SMS und dann ging es in den Zug. Beim Ausfahren aus dem Bahnhof bemerkte ich: HEY, das sieht genauso aus wie in meinem Traum! Sehr witzig. Jetzt könnte man bestimmt Marc Augé'sche Nicht-Orte anmerken. Im Eurostar gab es dann das gleiche Spiel. Mittagessen im Preis inbegriffen. Ich begann Dinge zu essen, die ich besser nicht essen sollte. Lecker wars aber. Der Fahrer mit einem starken französischen Akzent sagte irgendwas durch von wegen, in 20 min würden wir durch den Tunnel fahren. Huch, 5 min später waren wir schon im Tunnel ... das ist dann wohl noch nicht der richtige, dachte ich mir. Nach 20 min waren wir wieder aus dem Tunnel heraus. Nein, das konnte nicht der richtige Tunnel sein. Eindeutig südenglische Landschaft zieht an mir vorbei ... britische Schilderfarben. Ok, es war der Tunnel? Und dafür 80 EUR? Na gut. Dann bin ich wenigstens bald da. Nach einer weiteren Stunde kamen wir in London Waterloo an. Nun mußte ich herunter in die U-Bahn, um zum Bahnhof London Bridge zu kommen. Gesagt getan. Mein Gepäck wurde mir am Ende der Fahrt doch ein wenig schwer. Und sie hatten offensichtlich immernoch keinen brauchbaren Weg gefunden, die U-Bahn zu kühlen. Dann endlich London Bridge ... Ich stolperte inzwischen schon halb geschwächt hinauf zum Bahnhof. Dort mußte ich dem Servicepersonal mein Ticket zeigen, weil ich keins der posh-british-electronic-tickets hatte. Der Servicemensch allerdings sagte mir: "Sorry, there is no train to Brighton today from this station." - "What? Why?" - "Maintenance ... you have to go to Victoria Station." ... great fun. Ich stolperte also wieder nach unten in die U-Bahn, wieder Ticket kaufen. Toll Victoria Station ist in die entgegengesetzte Richtung und einmal umsteigen. Nun gut, was blieb mir anderes übrig. Ich stolperte also wieder durch die U-Bahn. Glücklicherweise waren die Linien, wo ich durchmußte nicht so voll wie die Jubilee am Anfang. Es dauerte eine Weile aber dann kam ich endlich an. Victoria Station. Ist bestimmt die älteste U-Bahnstation die ich kenne und ich erinnere mich, daß wir dort einmal ein Mädchen verloren haben. Definitiv gibt es da keine Rolltreppen. Ich schleppte mich und mein Gepäck also die Treppen hoch. Oben im Bahnhof angekommen versuchte ich die merkwürdigen Anzeigen zu verstehen. Keine Chance. Also wieder das Servicepersonal gefragt. Gleis 16 ... am anderen Ende des Bahnhofs. Seufzend schleppte ich mich also auch dort hin, zeigte dem Servicemenschen an der Ticketschranke mein Ticket. Schnell noch den Schaffner gefragt, ob das der richtige Zug sei. Ja, ist es. Also hinein abgeladen und meine Schultern befühlt. Es kam mir vor als würden mir gleich meine Arme abfallen, mein Rücken tat unheimlich weh, die Hölle. Nach einer Station wurde die Hölle heißer. Ein Pärchen setzte sich mir gegenüber. Ich durfte ihnen die ganze Fahrt über beim Turteln zuschauen. Klasse. Sehr schön! In Brighton nahm ich mir dann einfach ein Taxi nach Preston Park, wo meine Gastfamilie wohnt. Brian, der andere Student, der bei ihnen in der Familie bleiben sollte, war ebenfalls gerade angekommen. Mein Zimmer war auf dem Dachboden. Roter Teppich, das Bett sah etwas instabil aus, der Schreibtisch war eine Garantie für Rückenschmerzen und es gab einen Wandschrank, diverse Regalböden und einen Fernseher, der sicher zwei Kanäle reinbekam.
17.10.07 12:42
 


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