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the circus

Die Frau bei der ich da wohnte, wirkte zunächst sehr nett. Das Haus allerdings war etwas ... merkwürdig. Es fanden auch gerade Bauarbeiten am Haus statt. Die Kinder - 3 an der Zahl - betrafen mich nicht großartig, weil sie in keinem gesprächsfähigen Alter waren: 9, 11, 12. Der älteste hieß Jamie. Das konnte ich mir recht schnell merken, denn alle brüllten seinen Namen die Stiegen rauf und runter. Jeden morgen kam: "JAMIE, IT'S HALF SEVEN! ARE YOU AWAKE?" .... "JAMIE, YOU REALLY HAVE TO WAKE UP NOW, IT'S QUARTER TO EIGHT!" .... "JAMIE ..." Brian wurde davon wach, ich wurde davon wach (und immerhin war mein Zimmer auf dem Dachboden) aber verdammt nochmal nicht Jamie. Morgens konnte man dann interessante Sachen erleben beim Frühstück. Zum einen war da der bescheuerte Hund. Die gute Frau wollte ihn in der Küche haben, weil er gerne Unfug macht. Aber er machte nicht nur gern Unfug, sondern rieb sich auch gern an Gegenständen und gab merkwürdige Geräusche von sich. "The dog is so sex-crazy!", sagte einmal unsere Vermieterin. Man hatte also immer ein Stück Unterhaltung beim Essen. Sehr schön auch: man hatte wortwörtlich nackt herumspringende Kinder um sich herum. Der eine Sohn zieht mal eben in der Küche seine Hosen aus. Die Tochter kommt halbnackt die Treppe runter. Nein, Essen ist nicht wirklich eine Freude gewesen in dem Haus. Genausowenig schlafen, denn: die Kinder rannten bis spät in die Nacht durch das Haus. Ich habe nicht gemerkt, daß sie irgendwas leise tun können. Sie schreien die Stiegen rauf und runter, sie spielen mit Subwoofer Computer, sie schauen in einer unmöglichen Lautstärke Fern und es gibt bestimmt 5 Fernseher im Haus. Brian hatte es noch ein wenig schlimmer erwischt bei der Lautstärke: sein Zimmer war neben dem Badezimmer. Wenn da jemand die Spülung betätigt, hört es sich so an, als sei man direkt neben einem Wasserfall. Sehr unangenehm. Brian wirkte also die ganzen ersten Tage immer übernächtigter, immer gereizter ... zu allem Überfluß verschwand auch noch sein Pass auf mysteriöse Weise. Ich konnte mich mit recht vielem arrangieren und ich dachte die ersten Tage noch: "OK, da mußt Du jetzt durch, Du wirst Dich schon daran gewöhnen." Aber dann schlug das Wetter um und ich stellte fest: hmmm ... aus irgendeinem Grund wurde es in meinem Zimmer plötzlich tierisch kalt. Ich habe eine Weile gebraucht, um zu bemerken, daß es an einem undichten Fenster lag. Die Temperatur in meinem Zimmer lag ungefähr 1 grad über Außentemperatur. Es war unerträglich kalt. Einen Tag bin ich sogar lieber Bus gefahren als weiter in meinem Zimmer zu sitzen, weil es im Bus wärmer war. Erbärmlich. Ich kann zwar mit Lautstärke leben, mit sich in der Küche ausziehenden Kindern, mit einem stupid sex-crazy dog, aber nicht damit, die ganze Zeit zu frieren und es war immerhin gerade einmal Herbstanfang und es waren noch 16 Grad draußen tagsüber. Wie lustig sollte das dann im Winter bei 3 Grad sein? Es war unmöglich auszuhalten. Brian nennt das Haus liebevoll "the circus". Als Montag in einer der Einführungsveranstaltungen erwähnt wurde, daß es vielleicht noch Zimmer im Studentenwohnheim gäbe, sind Brian und ich zum Housing Office gegangen. Dort sagten sie, es wären definitiv noch Zimmer da, aber die würden nicht an Leute vergeben, die nur 2 Terms da sind. Erst wenn klar wäre, daß wirklich kein full year student das Zimmer will, könnte es an uns vergeben werden. Brian war da genau in der gleichen Situation wie ich. Wir sollten also am Mittwoch nochmal wiederkommen. Wir kamen also am Mittwoch wieder.
19.10.07 09:45
 


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